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Militärhistorische Exkursion „Fort EBEN EMAEL“ 2012
der „Kameradschaft der Fernmelder Koblenz/Lahnstein e.V.“


Die Kameradschaft führte am 21.Apr.2012 für ihre Mitglieder u. Gäste im Rahmen der regelmäßigen Weiterbildungsveranstaltungen  eine militärhistorische Exkursion mit dem Thema „Fort EBEN-EMAEL“ durch.
Die Veranstaltung brachte 35 Teilnehmer unter Leitung von Oberst a.D. Siegel und fachlicher Führung von Oberstleutnant Dr. Kloppert und Hauptmann a.D. Schmidt (beide ZInFü-KO)  in den Raum Aachen(GE) - MAASTRICHT(NL) – EBEN-EMAEL(BE).
Bereits während der Anfahrt erfolgte durch  unsere Militärhistoriker eine erste Information über  
strategische Aufgabe des Fort EBEN-EMAEL (E.E.)
Bau des Forts  E.E.
Angriffsplan und Einnahme  des Forts im Mai 1940.
Nach Ankunft am Fort wurde die Besuchergruppe von zwei Museumsführern (ehem. TrS AACHEN )
übernommen.
Unter ihrer Führung erfolgte eine gezielte und vertiefende Einweisung in die Festungsanlage und Besichtigung der unterirdischen Einrichtungen ( Festungsgänge, Räume, Versorgungsbereiche, Gefechtsanlagen).
Anschließend wurden unter Führung von Herrn OTL Dr. Kloppert und Herrn Hptm.a.D. Schmidt
die oberirdisch noch sichtbaren Gefechtsanlagen  besichtigt und  die wesentlichen Kampfhandlungen  am 10. Mai 1940 erläutert.
Zu 1.: strategische Aufgabe: Einem eventuellen Angreifer aus OSTEN (DE) längere Zeit Widerstand entgegenzusetzen.
Dazu sollte das Fort mit seinen primären Waffen die Brücken über die MAAS und den ALBERT-Kanal  von den drei aus MAASTRICHT(NL) nach BELGIEN – FRANKREICH  herausführenden Straßen sichern.

Zu 2.:Bau des Forts E.E.:     Bau in den Jahren 1932 bis 1939 als nördlichste Festungsanlage des Festungsringes um den  Großraum LÜTTICH (BE) am Ortsrand des Dorfes EBEN-EMAEL (BE)
ca. 10 km südl. von MAASTRICHT(NL) auf dem ST.-PIETER-BERG (BE) oberhalb des westl.  MAAS-Ufers und an der Abzweigung des ALBERT-Kanals Richtung ANTWERPEN(BE).
Der Kanal durchsticht den ST.-PIETER-BERG  in einem ca. 60 m tiefen Einschnitt und bildet so einen der Festungsgräben.
Das Fort bildet ein  grobes Dreieck in SÜD-NORD-Ausrichtung von ca. 700  m Breite und 900 m Länge; Fläche 0,75 m²  /,  Dachfläche ca. 0,45 m²   und  zählt damit zum  größten  Fort der damaligen Zeit.
Die unterirdische Ausdehnung der Festungsgänge beträgt über 5,3 km bei einer Tiefe von bis zu  55 m.
Die wichtige  Stromversorgung  wurde durch bis zu 6 große Dieselaggregate sichergestellt, die gesamte Luftzufuhr des Forts konnte zum Schutz gegen Giftgas über spezielle Kohlefilter  gesichert werden.

Primäre Bewaffnung:  Die Bewaffnung bestand aus
-1- Panzerkuppel-drehbar mit zwei Kanonen Kal. 250 mm,
-2- Kuppeln – dreh-/versenkbar (NORD u. SÜD) mit je  2 Kanonen Kal.  75 mm,
-4- Kasematten (NORD-MAASTRICHT 1 und 2 u. SÜD-VIESE 1 u. 2) mit je 3 Kanonen Kal. 75 mm,
-3- Scheinkuppeln   (zur Täuschung eines Angreifers)
Nahbewaffnung:  
Block I/Haupteingang,
Block II, IV, V, VI,
Block Kanal NORD und Kanal SÜD,
MG-Bunkern Mi-NORD  und MI-SÜD,
Block 01, außerhalb des Forts liegendes Blockhaus aber unterirdisch verbunden mit dem Fort.
Alle Blöcke hatten gepanzerte Beobachtungsstände, Scheinwerfer,  MG und Kanonen Kal. 60 mm.
Besatzung:  1.200 Soldaten, davon 500 im Dienst in der Festung, 500 in umliegenden Kasernen,
200 als permanente Besatzung (Ärzte, Krankenschwestern, Köche usw.).
Der Dienstwechsel erfolgte alle 7 Tage (freitags); im Kriegsfall sollten alle 1.200 Soldaten gleichzeitig in der Festung stationiert sein.




Zu 3.: Angriffsplanung  und Angriff deutscher Streitkräfte auf das Fort EBEN-EMAEL:
Die ersten Überlegungen/Planungen der obersten deutschen Heeresleitung für einen Angriff nach WESTEN und die dafür erforderliche Einnahme des Forts  erfolgten unter strengster Geheimhaltung bereits im Frühjahr 1939.
Der Planungsstab hatte durch spezielle Luftaufklärung  sehr genaue Informationen über das Fort gewonnen. Wegen erkannter geringer Flugabwehr wurde ein Luftangriff geplant und hierfür  Lastensegler erprobt und spezielle Sprengwaffen - Hohlladungen  von 12,5 und 50 Kg -  entwickelt, die jede bisher bekannte Panzerung durchschlagen und erheblichen Schaden im Zielobjekt anrichten konnten.
Nach  monatelanger Planung und entsprechender Ausbildung von Fallschirmjäger-Pionieren an einer maßstabsgetreuen Nachbildung des Forts  erfolgte am 10. Mai 1940  in einer bis dahin unbekannter Art der Angriff auf die MAAS-Befestigungen/-Brücken(BE) im Raum ostw. Maastricht(NL).
Insgesamt starteten 41  Transportflugzeuge Ju 52/3 mit je einem Lastensegler DFS 230 (8 Mann Besatzung) aufgeteilt auf verschiedene Zielgebiete an MAAS und ALBERT-KANAL.

Gegen 05:10 Uhr landeten 7 Lastensegler (nach ca. 30 Km Segelflug) der Sturmgruppe GRANIT auf dem Festungsdach (einer Wiese) des Forts EBEN-EMAEL in unmittelbarer Nähe ihrer Kampfziele und zerstörten innerhalb weniger Minuten sämtliche Geschütztürme und Beobachtungsstände, so dass die Festung „blind“ war.
Nachrückende Pioniere sprengten einige Stunden später den Fort-Eingang und drangen in die Festungsanlage ein.
Die Fort-Besatzung, demoralisiert durch den überraschenden Angriff, die ohrenbetäubenden Sprengungen und das schnelle und restlose Ausschalten der Geschütze/Kampfanlagen zog sich in die unteren Fort-Teile (untere Kaserne) zurück; der Kommandant stellte nach wenigen Stunden in aussichtsloser Lage die Kampfhandlungen ein und übergab das Fort EBEN-EMAEL an die deutschen Truppen.
Bei den Kampfhandlungen  kamen 24 belgische und 6 deutsche Soldaten ums Leben.

Der schnelle Fall von Fort EBEN-EMAEL war  für die Alliierten (Frankreich, Belgien, Niederlande, England) fatal, sie wussten lange Zeit nicht, mit welchen Kampfmitteln der schnelle Fall des Forts erreicht wurde.

Abschluss:   Fort EBEN-EMAEL ist seit 1999 ein Museum, die Spuren des Kampfes sind immer noch unübersehbar, die zerstörten Kanonen und Verteidigungsanlagen unter-/ und oberirdisch sind noch vorhanden.
Das Museum kann einmal im Monat ( samstags/sonntags) besichtigt werden, Gruppenführungen (in Deutsch) können jederzeit nach Anmeldung/Vereinbarung durchgeführt werden.(siehe Link Prospekt).

Nach Abschluss der Exkursion und Rückfahrt nach KOBLENZ dankte Herr Oberst a.D. Siegel  Herrn Oberstleutnant Dr. Kloppert und Herrn Hauptmann a.D. Schmidt für die fachliche Leitung der Veranstaltung; anschließend  gab es im Soldatenheim-Horchheimer-Höhe Gelegenheit zu einer Auswertung der Exkursion und Einnahme einer  Abendmahlzeit.

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Nähere Einzelheiten  zum Thema  „Fort EBEN-EMAEL“  können im Internet   über
www.wikipedia.org/wiki/Fort-Eben-Emael;
(Prospekt)
www.festungswelt.de-Fort Eben-Emael
und  GOOGLE-Suche –Eben-Emael
eingesehen werden.    
                                                                                                                                                                                                          23.04.2012 – D.Cl. –
eigene Notizen und Auswertung wikipedia.org/wiki/Fort Eben-Emael





 
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