Besuch_Sayn - Koblenzer Fernmelder

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Besuch_Sayn

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Kameradschaft der Fernmelder Koblenz / Lahnstein e.V.
 
Besuch der Sayner Hütte, des Rheinischen Eisenkunstguss-Museums und
 
des Schmetterlingsgarten in Bendorf am 26. Oktober 2019
 
 
Die Kameradschaft führte am 26.10.2019 für ihre Mitglieder und Freunde/Gäste im Rahmen der regelmäßigen Weiterbildungsveranstaltungen eine kunsttechnisch-historische Weiterbildung mit der Besichtigung der Sayner Hütte und des Rheinischen Eisenkunstguss-Museums in Bendorf-Sayn durch.
 
An der Weiterbildung nahmen 31 Mitglieder und Gäste unter Leitung des 1. Vorsitzenden, Herrn Oberst a.D. Siegel und Vorbereitung durch den 2.Vorsitzenden, Herrn Hauptmann a.D. Weise teil.
 
 
Die Veranstaltung begann nach Ankunft in eigener Zuständigkeit um 12.00 Uhr mit einer Einweisung in die Führung in der „Krupp-Halle“ im Eingangsbereich des Denkmalareals „Sayner Hütte“ durch eine Mitarbeiterin der Tourist Information Bendorf/Sayner Hütte.
 
Erklärt wurden der historisch-geschichtliche Verlauf der Entstehung, die Nutzung und die wirt-schaftliche Bedeutung der          Sayner Hütte                                                 
 
Kurzfassung:
1769-1770      Errichtung im Auftrag des Trierer Kurfürsten Clemens Wenzeslaus von Sachsen zur Förderung der regionalen Wirtschaft und Infrastruktur in strategischer Lage zwischen dem Rhein und Erzvorkommen des vorderen Westerwaldes (Bereich Horhausen):
 
Lieferung von Roheisen und seine Verarbeitung für das Rheinland.
 
1802    im Besitz des Herzogtums Nassau,
 
1815     im Besitz des Staates Preußen.  Veränderung der Produktion und Planung der Vergrößerung der
 
Hütte durch den Leiter des Sayner Hüttenamtes Carl Ludwig Althaus unter Beteiligung des
 
Architekten Karl Friedrich Schinkel.
 
Die Hütte wurde zu einer der modernsten Anlagen des preußischen Staates und versorgte das
Rheinland mit Gebrauchseisen in jeder Art und Größe, besonders für die Koblenzer Festungen wurden Rohre, Schienen, Kanonen und Munition hergestellt.
Neuartige Funktionsabläufe/Leistungsfähigkeiten der Verhüttung zur Gebrauchseisen/Kunst-guss-Produktion machten die Preußische Eisenhütte zum Musterbetrieb, zugleich gelang der Übergang zur industriellen Fabrikation.
 
1830   wurde nach den genialen Plänen des Erfinders und Entwicklers Carl Ludwig Althans die neue Gießhalle vollendet.
 
Nach den ausführlichen Erklärungen wurde die Besuchergruppe in die
 
„Kalte Halle“ / Gießhalle geführt,
 
hier erfolgten Erklärungen zur Bauweise und Technik der Gießhalle:
Das außergewöhnliche Bauwerk ist heute ein machtvolles und prächtiges Zeugnis der damaligen Ingenieurskunst.
Das Skelett der dreischiffigen Gießhalle besteht aus vorgefertigten Eisenteilen, zwei Seitenschiffe, ein höherer Mittelteil, eine Apsis und Spitzbogen erinnern an eine neugotische Basilika.
 
6,5 m hohe Hohleisensäulen tragen die gusseisernen Längs- und Querträger, diese tragen wiederrum Bogenbinder auf denen die Dachkonstruktion ruht.
 
Durch die gesamte Halle verläuft eine Transportstraße, darüber eine Transportebene mit einem fahrbaren Transportwagen.
 
Die Eisensäulen im Mittelteil dienen gleichzeitig als Träger von kugelgelagerten rundum schwenkbaren Auslegerkränen, die den gesamten Bereich der Transportstraße abdecken.
 
In der Mitte der Apsis befindet sich der Hochofen und davor zwei Brennkammern, in beiden Seitenkammern je ein großes Wasserrad für das Hochofengebläse.
 
 
Der Hochofen und die begleitende Technik sind nur noch in Teilen erhalten

Nach der Besichtigung der „Gießhalle“ erfolgten in der „Krupp-Halle“
 
abschließende Erläuterungen
 
zur weiteren Nutzung der „Sayner Hütte“ und Hinweise zu den Persönlichkeiten, die einen besonderen Bezug zur „Preußischen Eisenhüte in Bendorf-Sayn“ hatten.
 
Kurzfassung:
 
1864   wurden die Sayner Hütte und die Erzgruben in Horhausen an den Essener Fabrikanten
 
          Alfred Krupp verkauft.
 
1870  erfolgte der Bau einer neuen Produktionshütte,
 
1878   wurde der Sayner Hochofen stillgelegt,
 
1926   erfolge die Einstellung der Produktion des Sayner Hütte,
 
1927   fielen alle Teile des Areals Sayner Hütte in den Besitz der Stadt Bendorf.
 
Wegen fehlender Finanzen für eine Instandsetzung der technischen Einrichtungen sollten die  
 
Bauwerke 1974 abgerissen werden.
 
1976 kaufte die Heinrich Strüder AG die zum Abriss freigegebenen Gebäude und restaurierte sie - mit
 
Unterstützung des Landesamtes für Denkmalpflege des Landes Rheinland-Pfalz und des Bundesinnen-   Ministeriums - als Baudenkmal.
 
2104   erwarb die Stadt Bendorf erneut das Hüttengelände, mit dem Freundeskreis Sayner Hütte e.V.
 
          wurden Pläne für eine neue Nutzung erarbeitet.
 
2010  konnte die Sayner Hütte durch die Bundesingenieurkammer als „Historisches Wahrzeichen der
 
         Ingenieursbaukunst in Deutschland“ ausgezeichnet werden.
 
2011   bis 2014 wurden vom Land Rheinland-Pfalz erneut c. 3.8 Mio. Euro für die Erhaltung und den
 
          Betrieb des Industriedenkmals bereitgestellt und zur Sanierung genutzt.
 
          Weitere Sanierungsmaßnahmen sind vorgesehen.
 
Nach Dank an die Museumsführerin für ihre kompetenten und fachlich verständlichen Erklärungen durch den 1. Vorsitzenden begaben sich die Teilnehmer zum
 
„Rheinischen Eisenkunstguss-Museum“ im Schloss Sayn.
 
 
Das Rheinische Eisenkunstguss-Museum präsentiert in seinen Ausstellungsräumen filigrane Kunstwerke in Eisenguss – wertvolle Zeugnisse aus der Zeit der Frühindustrialisierung – die in der ehemaligen königlich-preußischen Sayner Hütte hergestellt wurden.
 
Die Produkte fanden europaweit Bewunderung, 1822/24 in der Berliner Akademieausstellung sowie auf der Weltausstellung 1855 in Paris.
 
Die herausragende Qualität des Eisenkunstgusses der königlich -preußischen Eisengießereien in Berlin, Gleiwitz und Sayn war unter dem Markennahmen „Berliner Eisen“ in ganz Europa nahezu unerreicht.
 
 
Gezeigt werden neben filigranen Schmuckstücken auch Gebrauchsgegenstände wie Öfen, Töpfe und andere Haushaltsgeräte.
 
 
Nach dem Museumsrundgang (ohne Führung) von ca. 1 Stunde erfolgte der Besuch des „Gartens der Schmetterlinge“
 
Der Schmetterlingsgarten entstand 1987, um den Besuchern mit Hilfe der prächtigen tropischen Schmetterlinge die bei uns heimischen Schmetterlinge näherzubringen und auf deren Schutz hinzuweisen.
 
Alle Schmetterlinge im Schmetterlingshaus entstammen aus fachlichen Zuchten.
 
Zu sehen sind Schmetterlinge in verschiedenen Größen und Farben, die Farbenvielfalt ist kaum zu beschreiben.
 
Nach dem Besuch des Gartens der Schmetterlinge erfolgte ab 17:00 der gemütliche Ausklang der Veranstaltung mit Speisen und Trank in der nahegelegenen „Sayner Scheune“.
 
 
Die Veranstaltung endete in eigener Zuständigkeit.
 
 
 
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Der Bericht wird durch Fotos aus den Bereichen
 
Sayner Hütte, Eisenkunstguss-Museum und Garten der Schmetterlinge
ergänzt.
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Die Berichterstattung erfolgt als eigene Ausarbeitung unter zur Hilfenahme von inhaltlichen- und schriftlichen Auszügen aus nachstehenden Dokumenten:
 
1. Sayner Hütte           www.saynerhuette.org
 
2. Sayner Hütte              https//de.wikipedia.org.>wiki >Sayner_Hütte
 
3. Sayner Hütte – Bendorf – Deutsche Stiftung Denkmalschutz
 
                                  www.denkmalschutz.de >denkmal >Sayner_ Huette.
 
4. Gießhalle der Eisenhütte in Sayn   
 
                                  www.kuladig.de >Objektansicht
 
5. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz
 
                                  www.monumente-online.de.>ausgaben >sich selbst-ein-haus-gegeben.
 
6. Garten der Schmetterlinge-Sayn
 
                                  www.sayn.de/garten-der-schmetterlinge
 
 

Koblenz, 29.10.2019
 
Berichterstatter/Schriftführer
 
Dieter Clausen
Bilder: Ralf Buchberger u. Andreas Gassen
 
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